Foto © Michael Siegmund – Fotolia.com
Das aus Indien stammende traditionelle Yoga ist eigentlich eine Art Lehre oder Schule, die sowohl körperliche als auch geistige Fitness und Ausgeglichenheit erzielen will. In westlichen Ländern erfreut sich Yoga seit vielen Jahren großer Beliebtheit. Vom gestressten Manager bis zum abgespannten Haushaltsvorstand nutzen zahlreiche Menschen die Kursangebote bei speziellen Lehrern (Yogis) sowie in Sport- und Fitnesscentern. Kulturelle Einflüsse auf die Übungen des jeweiligen Landes oder der Gesellschaft bleiben dabei selbstverständlich nicht aus.
So werden natürlich auch in Russland Yoga-Kurse und -Übungen angeboten und logischerweise auf Russisch abgehalten. Denn auch in den ehemaligen Sowjetrepubliken steigen Angebot und Nachfrage nach Wellness allgemein. Interessanterweise ist dies ein westlicher Einfluss, obwohl Yoga ja ursprünglich eine Angelegenheit aus Asien ist. Doch hinter Yoga auf Russisch, so scheint es, steckt dennoch etwas vollkommen Anderes.
Einmal “nüchtern betrachtet”: Im Grunde handelt es sich um einen reinen Spaßbegriff. Er steckt voller Ironie und ist aufgeladen mit einer Menge Sarkasmus. Und er hat mit genuin russischen Yoga-Übungen oder mit lediglich in russischer Sprache angebotenen Kursen wenig zu schaffen. Sucht man per Suchmaschine im Internet nach dem betreffenden Terminus, so spuckt diese nämlich keine seriösen Resultate aus. Stattdessen bekommt man eine Menge Links, die zu meist spaßigen und spöttischen Artikeln, Bildern und Videos führen. Gemeinsam ist ihnen allen, dass die Besonderheit der russischen Variante in der sehr speziellen und abenteuerlichen Umsetzung der Yoga-Verrenkungen besteht- und zwar hervorgerufen durch die klischeehafte russische Trinkfestigkeit.
Die Bilder und Materialien, die viele Websites zeigen, präsentieren meist Yoga-Figuren und Übungen im “Original” und bilden daneben die “russische” Variante ab. Nach dem Motto: Wofür indische Yogis Jahre der Übung und Selbstversenkung benötigen, braucht es manchmal nur eine Flasche Wodka. Und schon gelingen einem quasi “automatisch” die schwierigsten und anstrengenden Körperhaltungen – und das schmerzfrei.




